Beiträge zum Stichwort ‘ moritz magazin ’

Offener Brief an die Mitglieder des StuPa

20. Juni 2010 | Von webMoritz | Kategorie: Top-Themen, Uni-Politik

In der Sitzung des Studierendenparlaments am 16. Juni stand die Neuwahl der Chefredaktion des webMoritz auf der Tagesordnung. Während Marco Wagner als neuer Chefredakteur eingesetzt wurde, bekam sein Wunsch-Stellvertreter Torsten Heil nicht die notwendigen 16 Stimmen. Die Chefredaktion des webMoritz ist daher zurzeit nur zur Hälfte besetzt, was erhebliche Probleme für die Arbeit der Redaktion nach sich zieht. Die webMoritz-Redaktion kann zudem keine sachlichen Gründe für die Nicht-Wahl Torstens erkennen. Wir wenden uns daher gemeinsam mit den übrigen Bereichen der moritz-Medien in einem offenen Brief an das Studierendenparlament:

Greifswald, den 20. Juni 2010

Sehr geehrte Kommilitoninnen und Kommilitonen,

wir, die Unterzeichnerinnen und Unterzeichner dieses Briefes, wollen auf diesem Wege gegenüber  den Mitgliedern des Studierendenparlaments unseren Unmut und unser Unverständnis über die gescheiterte Wahl Torsten Heils zum stellvertretenden Chefredakteur des webMoritz zum Ausdruck bringen.

Mit dieser Entscheidung hat das Studierendenparlament das immer noch im Aufbau befindliche Medium webMoritz und damit auch die gesamten studentischen Medien nachhaltig geschwächt.

StuPa-Sitzung vom 16. Juni

Es ist für uns nicht nachvollziehbar, warum man zunächst dem neuen Chefredakteur Marco Wagner das Vertrauen aussprach, um es ihm direkt im Anschluss, bei der Wahl des von ihm vorgeschlagenen Stellvertreters, wieder zu entziehen. Aus den Bewerbungen ging bereits hervor, dass Marco und Torsten als Team antreten. Sie wurden gemeinsam von ihren Vorgängern auf die Aufgaben vorbereitet und hatten gemeinsame Ziele für ihre Amtszeit aufgeführt. Einen neuen Chefredakteur zu wählen, nur um ihn im nächsten Moment vorzuführen, ist für uns ein nicht nachvollziehbares Verhalten, das uns als engagierte Studierende schwer enttäuscht.

Noch vor wenigen Wochen hatte das Studierendenparlament einer Strukturreform innerhalb der moritz-Medien zugestimmt, die im Wesentlichen damit begründet wurde, dass der Arbeitsaufwand des webMoritz mit nur zwei festen Mitarbeitern kaum zu bewältigen ist. Nun hat man Marco als neuen Chefredakteur allein im Regen stehen lassen.

Wie das Parlament zu der Überzeugung kommt, dass sich die Arbeit eines tagesaktuellen Online-Mediums von einem Chefredakteur allein bewältigen lässt, erschließt sich für uns nicht im Ansatz. Die tagesaktuelle Berichterstattung wird damit in Mitleidenschaft gezogen, insbesondere für das hochschulpolitische Themenspektrum, für das sich der webMoritz in den vergangenen Semestern die Kernkompetenzen hart erarbeitet hat.

Gerade die Hochschulpolitik, über die die Berichterstattung nach Marcos eigenem Bekunden eigentlich weiter ausgebaut werden sollte, droht damit wieder weiter aus dem öffentlichen Auge zu verschwinden. Dies kann und darf nicht Ziel oder Ergebnis der parlamentarischen Entscheidungen sein.

Der nun hervorgerufene Notbetrieb wird auch verhindern, dass die geplanten Ideen und Projekte der neuen Chefredaktion angegangen werden können. Größere Themenrecherchen von Seiten der Chefredaktion sind damit ebenfalls unmöglich geworden. Mit dieser Entscheidung hat man den neuen Chefredakteur auch seiner Gestaltungsmöglichkeiten innerhalb des Mediums beraubt.

Moritz-Medien

Die Moritz-Medien wurden durch die Entscheidung des StuPa nachhaltig geschwächt. Die Sparten Moritz-Screen und Flying Moritz werden ebenfalls vom webMoritz betreut.

Da der webMoritz auch als Plattform für andere studentische und lokale Medien dient, wurden auch diese nachhaltig geschwächt.

Die Tatsache, dass die alte Chefredaktion deutlich länger im Amt blieb, als sie ursprünglich vorhatte, zeigt wie schwierig es ist, Bewerber für die Chefredaktion des webMoritz zu finden. Die nicht nachvollziehbare Entscheidung des Studierendenparlaments hat dieses Problem noch verschärft, weil sie das Vertrauen der Redaktion in das Parlament nachhaltig gestört hat.

Die geringe Verzahnung zwischen den moritz-Medien und dem Studierendenparlament hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass man sich im Parlament auf die Vorschläge aus den Redaktionen verlassen hat und diesen das notwendige Vertrauen entgegen brachte. Die Redaktion des webMoritz, die anderen Chefredaktionen und die Geschäftsführung der Medien standen hinter der gemeinsamen Kandidatur von Marco und Torsten – dennoch hat sich das Parlament entschieden, entgegen dieser Empfehlungen zu handeln.

Dass nun ein erfahrener Mitarbeiter der moritz-Medien, der gezielt auf die Aufgaben der Chefredaktion vorbereitet und von Vorgängern wie Redakteuren unterstützt wurde, vom Parlament abgelehnt wird, zeigt uns, dass es bei dieser Wahl nicht um die Frage der Kompetenz ging.

Eine Nichtwahl kann nur aus politischen Gründen erfolgt sein; dies widerspricht unserer Überzeugung, dass die Positionen innerhalb der moritz-Medien gerade nicht nach parteipolitischem Kalkül besetzt werden sollten. Ehemalige wie aktive Redakteure sprechen Torsten die Fähigkeit zu, seine persönliche Meinung von einer ausgewogenen Berichterstattung zu trennen.

Bei der Abstimmung hat sich eine große Zahl von Parlamentariern enthalten, obwohl Torsten bei seiner Bewerbung nur wenige Fragen gestellt wurden. Wer sich bei einer Personalentscheidung enthält und damit faktisch gegen den Kandidaten stimmt, hätte die Gelegenheit im Vorfeld nutzen können, dem Kandidaten kritische Fragen zu stellen. Bestenfalls zeugt das demonstrierte Verhalten von hohem Desinteresse an der personellen Ausstattung der moritz-Medien, einem Projekt, das von Dutzenden engagierten Studierenden getragen und von tausenden Kommilitonen genutzt wird.

Das Studierendenparlament hat durch diese von subjektiven Argumenten geleitete Wahlentscheidung nicht im Sinne der Mehrheit der Studierendenschaft entschieden und seine ureigenste Aufgabe damit nicht wahrgenommen.

Wir laden an dieser Stelle alle Mitglieder des Studierendenparlaments ein, am kommenden Montag um 20 Uhr die nächste webMoritz-Redaktionssitzung in der Wollweberstraße 4 zu besuchen, um sich über die Abläufe und den Arbeitsaufwand hinter dem webMoritz in Ansätzen zu informieren.

Darüber hinaus bitten wir insbesondere diejenigen, die sich (direkt oder per Enthaltung indirekt) gegen den Stellvertreter entschieden haben, Stellung zu ihrer Entscheidung zu beziehen und uns bei der Lösung der nun entstandenen massiven Probleme zu unterstützen.

Mit freundlichen Grüßen,

Marco Wagner (Chefredakteur webMoritz)

Für den webMoritz: Torsten Heil, Carsten Schönebeck, Gabriel Kords, Tjorven Hinzke, Felix Kremser, Jakob Pallus, Carolin Wendt, Eric Schümann, Alexander Kendzia, Florian Bonn, René Reisenweber, Christine Fratzke

Für moritz-Print: Annegret Adam, Patrice Wangen, Daniel Focke, Anja Rau, Luisa Pischtschan, Laura-Ann Schröder

Für moritzTV: Stephanie Napp, Stefanie Lange, Eileen Schluricke, Knut- Henning Miersch, Hanni Sander, Fränze Flade, Oleg Maximov, Tim Anton, Hannah Roolf

Geschäftsführung Moritz-Medien: Erik Schumacher, Franziska Vopel

Nach Veröffentlichung des Briefes haben noch folgende Redakteure ihre Unterstützung erklärt:

Für Moritz-Magazin: Alexander Müller, Ella Jahn

Fotos: Patrice Wangen (StuPa), webMoritz-Archiv/Sebastian Jabbusch (Grafik moritz-Medien)

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Das System Steingrube – Machtmissbrauch in der Geographie

18. Mai 2010 | Von Moritz-Magazin | Kategorie: Moritz Magazin, Top-Themen, Uni.versum, Universität

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Am Institut für Geografie nutzt ein Professor seine Studenten aus.

Ein Bericht von Alexander Müller

vlnr: Prof. Wilhelm Steingrube, Müritz, Institut

In diesem Jahr lief der Ostersonntag für Stefan Richter* anders ab, als in den Jahren zuvor. Zehn Stunden hat der 21-Jährige an seinem Checkpoint im Müritz Nationalpark verbracht. Von dem Zeitpunkt an, als der blaue Transporter ihn am frühen Morgen dort absetzte, war Menschen zählen und befragen seine Aufgabe. „Wie viel haben Sie für sich und Ihre Mitreisenden ausgegeben?“, fragte er die spärlich vorbeikommenden Besucher immer wieder. Solange bis der Bus ihn am Abend wieder dort abholte. An diesem Tag hatten sich nur wenige Menschen an seinen Checkpoint verirrt. Zehn Stunden auf jemanden warten der vielleicht nie kommt, das kostet Nerven.

Stefan würde seine Zeit an solchen Tagen lieber mit Freunden und Familie verbringen, aber dennoch wird er auch an Pfingsten wieder an seinem Checkpoint sitzen und warten. Ebenso wird der Geografiestudent so manche Vorlesung während der Woche für die zeitaufwendige Befragung ausfallen lassen müssen. Stefan nimmt an der Umfrage im Müritz Nationalpark nicht freiwillig teil; er macht es, weil er sonst Angst vor einer schlechten Note haben muss.

Am Anfang des diesjährigen Sommersemesters trafen sich die Bachelorstudenten aus der Wintervorlesung „Methoden der empirischen Sozialforschung“ im Büro des Geografieprofessors Wilhem Steingrube. Das Testat, mit dem die Vorlesung eigentlich hätte abgeschlossen werden müssen, wurde nicht geschrieben. Nun sollte der Professor seinen Studenten erklären, wie die Note stattdessen zu Stande kommen solle. (weiterlesen…)

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moritz 84 – Mai 2010 – Lehrerbildung weiter in Greifswald?

17. Mai 2010 | Von Moritz-Magazin | Kategorie: Aktuelles Magazin, Moritz Magazin

Liebe moritz-Leserinnen und Leser,

Wonnemonat Mai. Karl der Große dachte sich im achten Jahrhundert, der Mai verdiene den Namen Wonnemond, da alles blüht und es warm wird. Man kann ihn auch Weidenmond nennen, da das Vieh auf die Weiden oder die Alm getrieben wird. Tja. Die durchschnittlichen Studenten haben kein Vieh, keine Alm und auch keine Zeit für solch ausschweifende Gedanken. Heute muss man zügig fertig studieren, vor allem die Lehramtsstudierenden unter euch, ansonsten landet man vielleicht sehr schnell in Rostock. Auch diese Debatte und Idee ist schon alt. Vielleicht nicht so alt wie der Name des Wonnemonats, aber auch heute interessiert das Lehramt weder Kaiser noch König. Die durchschnittlichen Studenten müssen sich mit Mieterhöhungen im Studentenwohnheim, Prüfungsordnungen, Zuständigkeiten in Ämtern, plötzlichen neuen Öffnungs- oder Sprechzeiten, Raumänderungen und vielleicht noch mit den Inhalten ihres Studiums herumschlagen.

Allerdings bietet der Wonnemonat Mai so viele schöne Alternativen. Wie Karl schon wusste, wird es warm. Der Museumshafen lädt zum flanieren und verweilen ein. Die Eiscafés am Markt sind auch vormittags schon gut gefüllt. So viele Touristen hat Greifswald nie im Leben! Abends ist in Greifswald die Auswahl zwischen all den Raucher- und Nichtraucher-Kneipen schwer. Vielleicht zieht es jedoch den einen oder anderen Studenten ins „Moulin Rouge“, moritz hat für alle, die sich nicht hinein trauen, mal geschaut, was es zu schauen gibt. Wer sich lieber politisch engagiert in der eigenen Freizeit, der kann sich beim AStA in dessen neuer Legislatur oder diversen Hochschulgruppen engagieren. Wem das alles noch nicht reicht, der konnte heraus zum ersten Mai ja nach Kreuzberg zum Steine schmeißen oder nach Rostock zum Nazis blockieren fahren.

Die entspannendere Alternative ist es natürlich in Greifswald zu bleiben, ein bisschen Hochschulsport zu betreiben, in den Mai zu tanzen und den Tag abends bei einem Döner ausklingen zu lassen. Um den Curry-Wurstliebhabern unter euch letzteres ein bisschen näher zu bringen traf moritz. diesen Monat einen der lokalen Versorger von Fleisch am Spieß. Die Vegetarier unter euch sollten jetzt nicht anfangen die Moralkeule auszupacken, sondern sich die Lederschuhe an ihren Füßen genau ansehen. Für wen das alles nichts ist, der sollte vielleicht im nächsten Semester am GreiMUN-Seminar teilnehmen, um mal aus Greifswald raus nach New York zu kommen, auch darüber berichtet moritz in dieser Ausgabe. Aber Vorsicht! New York ist teurer als Greifswald. Da ich gerade erst weg war, werde ich hier bleiben. Mal sehen, ob am Ende mein Studium oder der Wonnemonat Mai die Oberhand gewinnt.

Sabrina A. Schmidt
Die aktuelle Ausgabe des moritz könnt ihr euch hier als pdf herunterladen, ausgewählte Artikel könnt ihr auch direkt online lesen.

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Am Samstag: Medienbrunch in der moritz-Redaktion

21. April 2010 | Von webMoritz | Kategorie: In eigener Sache, Top-Themen

Magazin-, TV- und Nachrichten-Journalismus – das sind die drei Standbeine der moritz-Medien. Allen gemeinsam sind der Name und die grundsätzliche Arbeitsweise: Hinter den Medien stehen drei studentische Redaktionen, die sich wöchentlich treffen und gemeinsam “ihr” Medium auf die Beine stellen. Auch wenn es sich ausschließlich um ehrenamtliche Mitarbeiter handelt, sind die Abläufe in der Redaktionen mit denen bei professionellen Medien zumindest zu vergleichen. Ideen sammeln, Recherchieren, Schreiben bzw. Filmen, Produzieren – so sieht Journalismus überall und eben auch bei den moritz-Medien aus.

Flyer (hier Klicken für Rückseite)

Das besondere an den moritz-Medien ist neben der besonderen Zielgruppe (“von Studenten für Studenten”) das ausdrückliche Selbstverständnis einer “Ausbildungsredaktion”. Wer im Bereich des Journalismus aktiv werden will, aber noch keine Vorerfahrung hat, kann hier die Grundzüge der journalistischen Arbeit erlernen. Dabei helfen alle älteren und erfahrenen Mitarbeiter der Redaktion – unkompliziert und zwanglos.

Alle Redaktionen stellen sich vor (weiterlesen…)

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Bundeswehr-Anzeige im moritz-Magazin: Darf man das?

8. April 2010 | Von webMoritz | Kategorie: Top-Themen, Vereine & Initiativen

Die Redaktion des moritz-Magazins hat in der aktuellen Ausgabe bereits zum zweiten Mal eine Anzeige der Bundeswehr auf der vorletzten Umschlagseite abgedruckt. Der Abdruck der ersten Anzeige dieser Art im Februar hatte bereits heftige Kritik hervorgerufen, die sich exemplarisch auf dem privaten Blog von webMoritz-Mitarbeiter Oliver Wunder nachvollziehen lässt. Offenbar als Zeichen des Protests wurde damals ein größerer Posten ausgerissener Heft-Rückseiten im Redaktionsbriefkasten deponiert.

Dieses Beispiel für vollendete Diskussionskultur wiederholte sich, nachdem das aktuelle Heft erschienen ist: Nachdem in den vergangenen Tagen bereits massenweise Hefte ohne Rückseite aufgetaucht waren, wurden die fehlenden Rückseiten in der Nacht zum Donnerstag in der moritz-Redaktion “abgeliefert”.

Darf es sich ein Studentenmagazin erlauben, eine Nachwuchs-Anzeige der Bundeswehr abzudrucken? Diese Frage wurde auch in der webMoritz-Redaktion kontrovers diskutiert, weshalb wir sie mit zwei verschiedenen Positionen beantworten.

Pro

Contra (weiterlesen…)

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moritz 82 – Januar 2010 – Wir haben gewählt

1. Februar 2010 | Von Moritz-Magazin | Kategorie: Aktuelles Magazin, Moritz Magazin

Liebe moritz-Leserinnen und Leser,

Editorial-Daniel-Fockewenn das frostige Wetter die Sitze neben einem im Hörsaal leer räumt oder andersherum einen mit Fieber ins Bett verbannt, dann findet sicher jeder etwas Zeit zum Nachdenken. Ich fragte mich, was waren noch mal meine Wünsche und Ziele für die kommenden Monate?

Diesmal versuchte ich keine kleine Liste zu machen, welche eh wieder nur meinen Berg von Aufgabenzetteln erhöhen würde. Nein, ruhig vorwärts schauen und das alte Jahr hinter sich lassen – mein schlichter Vorsatz in der Silvesternacht. Neue Chancen nutzen und sich nicht beirren lassen. Weniger Aufgaben, diese aber konsequenter bewältigen, wer wünscht sich das nicht?

Das neue Jahr ist noch jung, aber nun schaue ich dann doch zurück. Der Januar verspricht sonst traditionell nicht viel Abwechslung. Meist drängen die Prüfungen und die Semesterferien, welche gut genutzt werden wollen. Abschließend steht vielleicht eine kleine Reise an, um mal etwas auszuspannen. Die jährlichen Gremienwahlen wecken die eine oder den anderen dann vielleicht doch aus dem Winterschlaf. Dieses Jahr war fast ein Fünftel der Studierendenschaft auf den Beinen um Wählen zu gehen. Neben der Chance, die gewünschten Kandidaten zu unterstützen, stand auch noch die Frage nach unserem Namenspatron zur Debatte. Lieber Ernst bleiben, meinten rund 50 Prozent in der Urabstimmung. Hoffentlich benötigen wir nicht jedes Jahr eine Urabstimmung zu strittigen Themen um die Wahlbeteiligung zu steigern. Eine Zusammenfassung und Auswertung findet ihr im hochschulpolitischen Teil dieses neuen Heftes. Die Transparenz des Senats wurde hinterfragt und auch das Thema Frauenförderung an unserer Universität für euch beleuchtet.

Mit Berichten über internationale Austauschprogramme und einen Beitrag zu unserer Partneruniversität in Tschechien wollen wir das Reisefieber bei euch wecken, um vielleicht dem doch eher tristen Greifswald für einige Zeit zu entfliehen. Aber wie heißt es doch, leicht abgewandelt: Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Interessante liegt so nah! So betrachteten wir das studentische Wohnen in Doppelzimmern, sprachen mit dem scheidenden Lokalchef der Ostsee-Zeitung und fragten Greifswalder Nicht-Studierende über „die fremden 12 000“ aus.

Oder vollbringt das Wunder und folgt uns für eine Nacht in eine Greifswalder Kneipe und bleibt dabei nüchtern. Diese Mischung aus nah und fern wird mit einem kleinen Jahresrückblick abgeschlossen.

Nun habe ich doch wieder zurückgeschaut, aber warum eigentlich nicht. Vielleicht lest ihr dies während des Lernens, noch schnell vor den Prüfungen oder doch in den Semesterferien fern ab von Greifswald. Meine Professoren werden es vielleicht belächeln, aber wie schrieb schon Kurt Tucholsky: „Wer die Enge seiner Heimat ermessen will, reise. Wer die Enge seiner Zeit ermessen will, studiere Geschichte.“

Daniel Focke

Ausgewählte Artikel unseres Heftes könnt ihr wie immer direkt online lesen, das komplette Heft als pdf gibt es hier zum Download.

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Interview: Die Urabstimmung und ihre Folgen

9. Januar 2010 | Von Carsten Schönebeck | Kategorie: Aktuell, Top-Themen, Uni-Politik, Urabstimmung, Wahlen

Kurz vor Weihnachten führten die moritz-Medien ein Interview mit Jan Steyer von der Initiative “Uni ohne Arndt” und Marco Wagner von der Arndt AG Greifswald. Ein Auszug des Gesprächs erschien Anfang Januar im moritz-Magazin, MoritzTV hat ebenfalls einen Teil des Interviews veröffentlicht. Das Video findet ihr weiter unten.

Uns ging es dabei insbeondere um den stattfindenden hochschulpolitischen Prozess rund um die Urabstimmung und die anstehende Senatsentscheidung. Das Gespräch führten Alexander Müller, Daniel Focke und Carsten Schönebeck.

webMoritz: Im Januar steht die erste Urabstimmung in der Geschichte der Universität Greifswald an. Was ist von euch noch an Aktionen geplant um die Massen zu mobilisieren?

Jan Steyer: Wir wollen den Namen Ernst-Moritz-Arndt-Universität abschaffen, haben daher bis zur Urabstimmung vor, mit Infoständen die Menschen zu informieren. Kurz vor der Abstimmung wird es auch einige Plakataktionen geben. Momentan arbeiten wir gemeinsam mit der Pro-Arndt-AG an einer Zeitung, die Argumenten für und gegen Arndt beinhalten soll. Außerdem wird es noch einige verbale Zusammentreffen der beiden AGs, wie kürzlich beim Debattierclub, geben.

Marco Wagner: Solche Informationsaktionen planen wir natürlich auch. Auch nach der Urabstimmung wird es noch weiter Veranstaltungen geben. Das Thema ist dann ja noch nicht erledigt, am Ende entscheidet ja der Senat. Unter anderem wird es ja noch eine zweite Anhörung geben, bei der auch die Greifswalder Bevölkerung eingeladen wird.

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v.l.n.r. Daniel Focke, Jan Steyer, Marco Wagner, Alexander Müller, Carsten Schönebeck

webMoritz: Warum betreibt ihr überhaupt so einen großen Aufwand, um eine letztendlich rein symbolische Abstimmung?

Marco Wagner: So symbolisch ist die Urabstimmung gar nicht. Die Vollversammlung im Sommer, bei der die Studierendenschaft den Namen abgelegt hat, hatte so große Signalwirkung, dass der Senat eine eigene Kommission zur Namensfrage eingesetzt hat. Genauso hoffen wir, dass die Urabstimmung entsprechend Druck auf den Senat ausüben wird, so dass diese entsprechend für oder gegen den Namen entscheidet. Die Urabstimmung ist also bei Weitem nicht bedeutungslos. (weiterlesen…)

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moritz 81 – Dezember 2009 – Die erste Urabstimmung

26. Dezember 2009 | Von Moritz-Magazin | Kategorie: Aktuelles Magazin, Moritz Magazin, Urabstimmung, Wahlen

Liebe moritz-Leserinnen und Leser,

Christiane-editorialEs ist kein Geheimnis, dass Greifswald eine kleine Stadt ist, in der man schnell die meisten Menschen kennt und in der man sich ab und zu auch eingeengt fühlt. Dieser Kleinstadtkoller verursacht wohl bei jedem von uns mitunter Phänomene wie Fernweh und Reisesehnsucht. Während der eine diese schon mit einem kurzen Wochenendtrip in die Umgebung bekämpft, muss der andere ganz neue Länder und ferne Gegenden erkunden. Mich selbst hat das Fernweh so gepackt, dass ich gleich mit der Planung eines ganzen Auslandsjahres ab dem kommenden Sommer begonnen habe. Nach Schweden soll mein Abenteuer führen. Während der Vorbereitung auf eine Tour ergeht es jedem Reisenden ähnlich: Die Spannung auf einen neuen Ort mischt sich mit Nervosität und Angst vor dem Unbekannten.

Wen ebenfalls das Fernweh plagt, dürfte unsere neue Serie interessieren, in der wir die Partneruniversitäten Greifswalds in Osteuropa vorstellen. Zu Beginn soll der Blick nach Polen zur Adam-Mickiewicz-Universität in Poznan gehen. Nicht Fern-, sondern Heimweh haben wahrscheinlich viele ausländische Studierenden, welche die Weihnachtsfeiertage fern von ihren Familien in Greifswald verbringen. Wie es ihnen dabei ergeht und was ihre Sehnsucht nach dem zu Hause ein wenig lindert, berichten wir im Universum. Den Blick auf andere Länder zu richten, lohnt sich auch in der Hochschulpolitik: Die aktuellen weltweiten Proteste an Universitäten beispielsweise nahmen vor einigen Wochen in Österreich ihren Ausgang. Mit welchen Forderungen und mit welchen Folgen der Bildungsstreik in Greifswald verlief, verrät euch ebenfalls der aktuelle moritz.

Ob man fremde Kulturen nicht sogar direkt vor der Haustür entdecken und kennen lernen kann, haben zwei unserer Redakteurinnen während des vierzehnten PolenmARkTs in Greifswald ausgetestet. Bei dem umfangreichen Programm dürften sich nicht nur eingefleischte Polenfans mit Reisefieber infiziert haben.

Verlangen nach Veränderung und einer neuen Stadt hatte vielleicht auch Professor Patrick Donges, als er sich nach vielen Jahren an der Universität Zürich für einen Wechsel in Richtung Norden nach Greifswald entschied. Hier wartet ein seit langer Zeit unbesetzter Lehrstuhl im Fach Kommunikationswissenschaft darauf, von ihm wieder mit Leben und Ideen gefüllt zu werden. Wohin die Reise der Kommunikationswissenschaft in Greifswald mit ihm als Expeditionsleiter in den nächsten Jahren gehen soll, erfahrt ihr, wenn ihr umblättert.

Doch die weitesten Reisen unternimmt man immer noch mit dem Kopf. So ist auch Lesen in gewisser Weise eine Art des Reisens. Deshalb, moritz-Freunde, gönnt euch Zeit, wenn ihr durch das aktuelle Heft blättert und verweilt an den Stellen, die ihr spannend, bewegend oder unterhaltsam findet. Schließlich heißt es nicht umsonst: „Man reist nicht nur, um anzukommen, sondern vor allem, um unterwegs zu sein!“

Christiane Müller

Download: Das ganze Heft in Farbe!

Das komplette Magazin könnt ihr hier komplett in Farbe herunterladen , einzelne Artikel wie immer auch direkt online lesen.

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Märchen-Filme und Mörder-Podcasts in der vorpommerschen Provinz

27. Oktober 2009 | Von Gabriel Kords | Kategorie: In eigener Sache, Top-Themen

Am vergangenen Wochenende machten sich knapp 50 Mitarbeiter der moritz-Medien auf die lange und beschwerliche Reise ins rund 35 Kilometer entfernte Glashagen bei Grimmen. Dort verbrachten die Mitglieder der drei Redaktionen moritz-Magazin, moritzTV und webMoritz knapp 48 Stunden, in denen sie auf zahlreichen Workshops dazulernten und sich abends redaktionsübergreifend besser kennenlernten. Das Wochenende, das seit einiger Zeit einmal jährlich angeboten wird, sollte das Wir-Gefühl der moritz-Familie stärken und den Mitarbeitern ein breites Angebot zur fachlichen Weiterentwicklung machen.

Externe Referenten gingen in Kleingruppen unter anderem der Frage nach, wie man eine Reportage schreibt und was man bei Interviews und Hintergrundgesprächen zu beachten hat. Mitarbeiter der moritz-Medien boten zudem Workshops für Fotografie, Podcasts sowie für die neueren Mitarbeiter eine generelle Einführung ins journalistische Schreiben an. MoritzTV produzierte derweil zwei Kurzfilme.

An den Abenden ging es bei Grillgut und Getränken lockerer zu – auch wenn das holzofenbeheizte Tagungshaus und die Selbstverpflegung jedem Teilnehmer seinen Beitrag abverlangte. Erstmals waren bei dem Wochenende auch die Geschäftsführer Christof Kraft und Erik Schumacher dabei, die dabei zahlreiche Mitglieder der Redaktionen kennenlernen konnten und sich einen Eindruck von der Arbeit machen konnten.

webMoritz.de präsentiert Euch neben einigen Bildern auch die beiden Hörstücke, die im Podcast-Workshop entstanden:

  • Was sind eigentlich die moritz-Medien?
    Luisa Pistschan befragte die drei moritz-Chefredakteure Stefanie Binder, Alexander Müller und Carsten Schönebeck
     
  • Mord im Gutshaus
    Christine Fratzke und Maria Strache haben sich mit einem besonders grausamen Spiel unter allen Teinlehmern des Wochenendes beschäftigt.
     

Außerdem entstanden zwei moderne Adaptionen des Märchens “Hänsel und Gretel” als Kurzfilm. Diese beiden Filme werden wir schnellstmöglich nachreichen.

Auf den Geschmack gekommen?

Wer sich nach Begutachtung der Bilder und Resultate des Wochenendes ärgert, dass er nicht mit dabei war, muss sich nicht grämen – ein Einstieg bei den moritz-Medien ist jederzeit möglich. Alle drei Redaktionen treffen sich im Semester wöchentlich zur Redaktionssitzung. Die Sitzungen finden statt:

  • moritzTV: mittwochs, 20:15 Uhr
  • moritz Magazin: donnerstags, 19 Uhr
  • webMoritz: montags, 20 Uhr

Alle Sitzungen finden in der moritz-Redaktion in der Wollweberstraße 4 (erster Stock) statt. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich.

Bilder: Christine Fratzke u.a.

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moritz 79 – Oktober 2009 – Der Leistungsdruck und die Folgen

8. Oktober 2009 | Von Moritz-Magazin | Kategorie: Aktuelles Magazin, Moritz Magazin, Top-Themen

Das Semester beginnt und pünktlich zum Vorlesungsstart ist auch das neue moritz-Magazin erschienen. Wie immer könnt ihr bei uns das komplette Heft als PDF-Datei (13 MB) herunterladen. Vor einigen Tagen haben wir bereits den Beitrag “Kalter Entzug vom Web” als Vorveröffentlichung vorgestellt.

Liebe moritz-Leser,

alexander_mueller-200x267-privatdas Leben ist eine einzige Abfolge von Entscheidungen und nicht immer können wir ihre Folgen von vornherein abschätzen. Oft sind es nur kleine Nuancen, welche die größten Auswirkungen haben können. Der Entschluss, heute Abend doch auszugehen, obwohl man am nächsten morgen arbeiten muss, kann einen zur Liebe seines Lebens bringen. Oder den Job kosten. Oder einfach völlig belanglos sein. Eine der wichtigsten Entscheidungen eures Lebens habt ihr bereits getroffen, ihr habt euch für ein Studium in Greifswald entschieden. Doch wo euch dieser Entschluss hinführt, das steht in den Sternen. Vielleicht ist es der erste Schritt zu einer großen Karriere oder zu dem Menschen, mit dem ihr auch in dreißig Jahren noch gemeinsam aufwachen werdet. Diesen Menschen zu finden ist nicht leicht, auch in Greifswald nicht. In diesem Heft berichten euch drei Studentinnen von ihren ganz persönlichen Erfahrungen.

Oftmals treffen wir die Entscheidungen, die unseren Lebensweg maßgeblich beeinflussen, gar nicht selbst. Als Uwe Bornscheuer sein so sehr herbeigesehntes Volontariat nicht bekam, studierte er behelfsmäßig Chemie. Heute ist er Professor für Biochemie an unserer Universität und hat bereits auf der ganzen Welt gearbeitet, nachzulesen in unserer aktuellen Ausgabe von Profs, privat. Doch wohin es führt, wenn man Erfolg um jeden Preis will, zeigen wir euch in der Titelgeschichte dieses Heftes. Viele Studenten trinken zu viel Alkohol, um sich von der Last des Leistungsdrucks zu befreien. Oder gehen noch weiter und versuchen mit Tabletten ihre Leistungsfähigkeit zu verbessern. Ein eindringlicher Erfahrungsbericht eines Studierenden unserer Uni, sowie ein Gespräch mit dem Suchtexperten Christian Meyer geben Aufschluss über die gravierenden Gesundheitsrisiken, die mit einem solchen Verhalten einhergehen.

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Das Cover des neuen Magazins. Klick auf das Bild um zur PDF-Version (13 MB) zu gelangen.

Eine Entscheidung, die wir Studenten bald alle zu fällen haben, ist die nach dem Namen unserer Universität. Die Frage, ob Ernst Moritz Arndt weiterhin Namenspatron der Uni Greifswald bleiben soll, ist höchst umstritten. Jeder von uns muss sie für sich allein beantworten, doch über die genauen Prozesse informieren wir euch in diesem Heft.

Es sind die feinen Schattierungen eines Entschlusses, die oft den Unterschied ausmachen. Hätte ich mich entschieden an diesem einen Abend zu Hause zu bleiben, wäre ich diesem einen Menschen wahrscheinlich nie begegnet, der mich schließlich dazu bewegt hat, zum Tag der offenen Tür der moritz-Medien zu gehen. Hätte ich mich entschieden, damals zu Hause zu bleiben, wäre ich meinem großen Traum, einmal Journalist zu werden, vielleicht niemals so nahe gekommen. Wer hätte das gedacht?

Alexander Müller

Bildnachweis:

Foto Startseite – moritz-Magazin

Alexander Müller – privat

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