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	<title>webMoritz.de &#187; Senat</title>
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	<description>webMoritz.de ist das studentische Onlineportal für und von Studenten der Universität Greifswald. Hier erfahrt ihr täglich Infos über Greifswald, Kultur, Uni und Politik. Unser podcast hält Euch auf dem Laufenden. Jede Folge könnt ihr natürlich auch online kommentieren.. Mitmachen ist erwünscht... Viel Spaß!!</description>
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		<title>Uni-Stipendienprogramm soll 25 Studenten fördern</title>
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		<pubDate>Thu, 20 May 2010 14:31:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gabriel Kords</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Universität startet ein Stipendienprogramm zur Förderung leistungsstarker Studenten und Promovenden. Der Namensgeber des Programms, Bogislaw XIV., hat durchaus ambivalente Eigenschaften.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_34810" class="wp-caption alignright" style="width: 176px"><a href="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/05/bogislaw_xiv_gabriel-kords.jpg"><img class="size-medium wp-image-34810" title="bogislaw_xiv_gabriel-kords" src="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/05/bogislaw_xiv_gabriel-kords-166x250.jpg" alt="" width="166" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Bogislaw XIV. hat einen Platz auf dem Rubenowdenkmal.</p></div>
<p>Der Akademische Senat hat in seiner gestrigen Sitzung die Einrichtung eines neuen Stipendienprogramms für hochbegabte Studenten und Doktoranden beschlossen. Das &#8220;Bogislaw-Stipendien-Programm&#8221; mit einem jährlichen Umfang von 160.000 Euro wird aus Einnahmen aus dem Körperschaftshaushalt der Universität finanziert. Konkret handelt es sich dabei um Erträge aus dem Landbesitz der Uni. Das Förderprogramm sieht vor, 25 hochbegabte Studenten und 3 Doktoranden unabhängig von deren Einkommensverhältnissen mit 350 Euro (1.100 Euro für Doktoranden) im Monat zu fördern.</p>
<p>Für Stipendiaten mit Kindern und in Ausnahmesituationen sind geringe Zulagen möglich. Die Höhe der Stipendien und auch deren Vergabepraxis orientiert sich an den Vorgaben des Landesgraduiertenfördergesetzes. Mit dem <a href="http://www.webmoritz.de/2010/04/23/mehr-geld-fur-studenten-rektor-kritisiert-neues-stipendienprogramm/">neuen Stipendienprogramm der Bundesregierung</a>, das ab Oktober gültig sein soll, hat das neue Programm jedoch nichts zu tun. Ein Vorschlag aus dem Senat, das Bogislaw-Programm der Uni möge mit dem neuen Stipendium der Bundesregierung kombiniert werden, wurde vom Rektorat als nicht machbar zurückgewiesen. Das Programm der Bundesregierung sieht vor, dass die Universitäten die Hälfte der Stipendien von Dritten selbst einwerben müssen. Die für das Bogislaw-Programm verwendeten Gelder seien jedoch öffentliche Gelder und kämen daher für das Regierungs-Programm nicht in Frage, hieß es vom Rektorat.<span id="more-34799"></span></p>
<h3>Start des Programms &#8220;schnellstmöglich&#8221;</h3>
<p>Losgehen soll es mit dem Stipendienprogramm &#8220;schnellstmöglich&#8221;, sagt Uni-Pressesprecher Jan Meßerschmidt. Derzeit würde das Konzept noch juristisch geprüft und wasserdicht umgesetzt. Wie lang das dauern werde, sei noch nicht abzusehen, aber man hoffe zurzeit auf einen Start des Programms in diesem Oktober.</p>
<p>Benannt ist das Stipendium nach dem Pommernherzog Bogislaw XIV. (1580 &#8211; 1637). Bogislaw war der letzte Herzog von Pommern, nach seiner Herrschaft begann die Schwedenzeit. Die Uni fühlt sich dem Herrscher besonders verbunden, weil er der Universität im Jahr 1634 großflächige Land- und Waldgebiete im Umland von Eldena überschrieb. Diese Gebiete gehören der Universität größtenteils bis heute und werfen Erträge ab &#8211; aus denen jetzt das Stipendienprogramm finanziert werden soll.</p>
<h3>Namensgeber Bogislaw XIV.: Schwacher Säufer</h3>
<div id="attachment_34816" class="wp-caption alignleft" style="width: 200px"><img class="size-full wp-image-34816" title="bogislaw_xiv_gemeinfrei_wikimedia" src="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/05/bogislaw_xiv_gemeinfrei_wikimedia.jpg" alt="" width="190" height="249" /><p class="wp-caption-text">Bogislaw XIV., hier noch mit Nase</p></div>
<p>Auch wenn sich die Schenkungen Bogislaws XIV. heute als Glücksfall erweisen, hatten sie seinerzeit einen ernsten Hintergrund: Bogislaw war nicht in der Lage, den Professoren ihre Gehälter zu zahlen, sodass er die Universität stattdessen mit dem Landbesitz ausstattete. Für ihn war das Territorium ohnehin nicht so wichtig: Das Land war durch den Dreißigjährigen Krieg schwer verwüstet worden.</p>
<p>Überhaupt gehört Bogislaw nicht unbedingt zu den größten Herrschern, die das Land je gesehen hat. Der kinderlose Herzog war der letzte lebende Angehörige des Greifengeschlechts, obwohl dieses Anfang des 17. Jahrhunderts noch fünf männliche Nachfolger aufzuweisen hatte, die jedoch binnen 30 Jahren alle verstarben. Bogislaw verlor zudem bei einem Jagdunfall große Teile seiner Nase, war durch einen Unfall körperlich stark eingeschränkt und in den letzten Jahren seiner Regentschaft nach einem Schlaganfall quasi regierungsunfähig.</p>
<p>Eine nicht unerhebliche Rolle beim langsamen Verbleichen des Herrschergeschlechts soll der Alkohol gespielt haben. Von Bogislaw XIV. ist überliefert, dass er mit anderen Adligen in Deutschland briefliche &#8220;Wetttrinken&#8221; veranstaltet hat. Man schrieb sich dabei gegenseitig, wie viele Flaschen Wein man auf das Wohl des anderen getrunken habe &#8211; der diese Menge dann zu überbieten hatte. Auch ist überliefert, dass Diplomaten klagten, der Herzog sei bei Verhandlungen stets viel zu betrunken gewesen, wenn es ernst geworden sei.</p>
<p>Bleibt zu hoffen, dass die geförderten Kommilitonen sich diese Eigenschaften ihres Namenspatrons nicht zu eigen machen!</p>
<p>Bild: Gabriel Kords (Rubenowdenkmal), gemeinfrei via wikimedia (Porträt)</p>
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		<title>Montag: Debatte zur Zukunft des Lehramtsstudiums *update*</title>
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		<pubDate>Thu, 06 May 2010 17:32:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marco Wagner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Zukunft der Greifswalder Lehramtsausbildung ist weiter ungewiss. Der AStA organisiert am kommenden Montag eine Podiumsdiskussion, mit Vertretern von Land, Stadt und Universität.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für den kommenden Montag, den 10. Mai, hat der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) eine Podiumsdiskussion zur Zukunft der Lehramtausbildung in Greifswald organisiert.  Die Veranstaltung beginnt um 16 Uhr im Konferenzsaal des Universitätshauptgebäudes in der Domstraße 11.</p>
<p>Zur Debatte wurden der Bildungsminister des Landes Mecklenburg-Vorpommerns, Henry Tesch (CDU), Christian Pegel (SPD), Vorsitzender des Ausschusses für Bildung, Universität und Kultur der Stadt Greifswald, Professor Dr. Wolfgang Methling (M.d.L. Die Linke.) und Sebastian Rathjen (M.d.L. FDP) als politische Vertreter eingeladen. Bis auf Henry Tesch werden alle kommen: Der Bildungsminister wird durch seinen Staatssekretär Udo Michallik vertreten.</p>
<p>Daneben werden Thomas Schattschneider, Lehramtsstudent und Sprecher der Landeskonferenz der Studierendenschaft, und Prof. Michael Herbst, Prorektor für Studium und Lehre, auf dem Podium sitzen. Die Moderation übernimmt StuPa-Präsident Korbinian Geiger.</p>
<div id="attachment_32513" class="wp-caption alignleft" style="width: 180px"><a href="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/04/tesch_demonstranten-800x546-schoenebeck.jpg"><img class="size-medium wp-image-32513   " title="tesch_demonstranten-800x546-schoenebeck" src="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/04/tesch_demonstranten-800x546-schoenebeck-170x250.jpg" alt="" width="170" height="250" /></a><p class="wp-caption-text">Ob Bildungsminister Tesch (Foto) oder sein Staatssekretär kommt, ist noch unklar.</p></div>
<p>Das Lehramtsstudium hat an der Greifswalder Universität eine lange Tradition und erfährt reges Interesse. Wie <a href="http://www.webmoritz.de/2010/04/07/wir-brauchen-nicht-so-viele-gymnasiallehrer-interview-mit-dr-thomas-behrens/" target="_self">der webMoritz berichtete,</a> sieht die Landesregierung eine Schließung der Lehramtsstudiengänge in Greifswald vor. Sie beruft sich dabei auf Landtagsbeschlüsse aus dem Jahr 2007, die jedoch, wie vom Sprecher der Landeskonferenz der Studierendenschaften Thomas Schattschneider zu erfahren war, bereits 2008 durch einen anders lautenden Beschluss unterwandert wurden.</p>
<p>Innerhalb der Stadt Greifswald stehen sowohl die Abgeordneten der Bürgerschaft, als auch das Studierendenparlament und der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) diesen Plänen ablehnend gegenüber. Der AStA und das Bildungsbündnis Greifswald bereits eine erfolgreich verlaufende Mahnwache gegen die Schließungen.</p>
<p>Wie von Martin Hackbarth, AStA Referent für Politische Bildung, zu erfahren war, wird eine lebendige aber sachliche Diskussion angestrebt, in der auch Wortmeldungen und Fragen aus dem Publikum zugelassen werden. &#8220;Lebhafte Debatten leben nicht zuletzt von kritischen Stimmen und Fragen aus den Reihen der Zuschauer. Aus diesem Grund sind all jene, die sich für die Zukunft der Pädagogenschmiede in Greifwald interessieren, dazu eingeladen, am kommenden Montag um 16 Uhr im Konferenzsaal der Universität zu erscheinen.&#8221;</p>
<h3>Update 10.5., 9:30 Uhr</h3>
<p>Der Bildungsminister wird durch seinen Staatssekretär Udo Michallik vertreten. Außerdem wird noch Prof. Alexander Wöll, Dekan der Philosophischen Fakultät, an der Podiumsdiskussion teilnehmen.</p>
<p>Bild: Carsten Schönebeck</p>
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		<title>Rektorat von Gottes Gnaden</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Apr 2010 16:20:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carsten Schönebeck</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Anhörungen, Debatten, Podiumsdiskussionen, Abstimmungen und ein deutschlandweites Medienecho - für die Uni-Leitung aber ist Arndt kein Thema.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: right;"><em>Ein Kommentar von Carsten Schönebeck</em></p>
<p style="text-align: left;">Als der Senat vor einigen Wochen entschied, dass die Greifswalder Universität ihren umstrittenen Namenspatron behält, gab es naturgemäß geteilte Meinungen zum Ausgang des Tagesordnungspunktes. Allerdings machte sich auch das Gefühl eines kommunalen Aufatmens breit. Selbst viele der aktiven Debattenteilnehmer schienen froh, dass die Senatsentscheidung einen vorläufigen Waffenstillstand zwischen Befürwortern und Gegnern des Namens in Aussicht stellte.</p>
<div id="attachment_31752" class="wp-caption alignright" style="width: 202px"><a href="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2008/07/jan-meserschmidt-20081.jpg"><img class="size-full wp-image-31752   " title="messerschmidt-240x292-archiv" src="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/04/messerschmidt-240x292-archiv.jpg" alt="" width="192" height="234" /></a><p class="wp-caption-text">Pressesprecher Meßerschmidt (seit Juni 2008 im Amt): Arndt ist kein Thema</p></div>
<p style="text-align: left;">Was sich niemand wünschen konnte, ist allerdings der Rückfall in die Zeiten vor der studentischen Vollversammlung 2009, die als Stein des Anstoßes für eine neunmonatige Debatte gedient hatte: Eine Universität, die ihren Namenspatron in der untersten Schmuddelschublade zu verstecken versucht. Doch wer vergangene Woche die Ostseezeitung las, musste feststellen, dass genau dies das Ansinnen der Universitätsleitung ist. Weder eine Überarbeitung des umstrittenen Infotextes zu Arndt auf der Uni-Homepage, noch eine mögliche Würdigung des pommerschen Volkshelden sei laut Uni-Pressesprecher Jan Meßerschmidt &#8220;ein Thema&#8221;.  Für jeden, ob Student, Professor oder Bürger, der sich in den letzten Monaten mit der causa Arndt befasst hat muss dies wie ein Schlag ins Gesicht wirken. Neun Monate Diskussionen &#8211; Vollversammlung, Urabstimmung, Unterschriftensammlungen, Senatsdebatten-  und -komissionen, öffentliche Anhörungen &#8211; für die Uni-Leitung aber ist Arndt &#8220;kein Thema&#8221;.</p>
<p style="text-align: left;">Es scheint, als hätte man aus dem Rektoratspalast die Ereignisse des letzten Jahres maximal mit einem amüsierten Lächeln betrachtet, eventuell darauf bedacht, den universitären und städtischen Pöbel nicht zu nahe herankommen zu lassen &#8211; auf dass die weißen Fassade des Hauptgebäudes möglichst nicht mit dem Blut der verbalen Straßenschlachten beschmutzt werde. Das ist, wie erwähnt, noch die freundliche Interpretation, die voraussetzt, dass am Rubenowplatz noch ein funktionstüchtiger, wenn auch nicht zwingend wacher Geist haust.</p>
<div id="attachment_31754" class="wp-caption alignleft" style="width: 202px"><a href="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2009/05/moritz-print-mm77-16-hopo-interview-rektor-westermann-image-01-arik-platzek.jpg"><img class="size-full wp-image-31754" title="westermann-240x310-platzek" src="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/04/westermann-240x310-platzek.jpg" alt="" width="192" height="248" /></a><p class="wp-caption-text">Fühlt sich nicht zuständig: Rektor Professor Westermann</p></div>
<p style="text-align: left;">Der Namenspatron einer weltlichen Institution erlangt seine Daseinsberechtigung über zwei Aspekte: Die Würdigung einer herausragenden Persönlichkeit und die Identifikation mit einem personifizierten Ideal, für all jene, die sich mit dieser Einrichtung verbunden fühlen. Der zweite Punkt kann meist nur durch den ersten erreicht werden.</p>
<p style="text-align: left;">Rektor Prof. Rainer Westermann hatte bereits vor ziemlich genau einem Jahr gegenüber  dem webMoritz geäußert, dass Arndt für ihn &#8220;kein Vorbild&#8221; ist. Der Name sei für ihn aber auch kein Problem, denn: &#8220;Ich habe mir den Namen nicht ausgesucht und ich bin für die Namensgebung  nicht zuständig.&#8221; Etwas ungewöhnlich für einen Rektor, der sonst nicht gerade dafür bekannt ist, vor dem Senat den Bückling zu mimen, im Gegenteil den Eindruck vermittelt, es handle sich dabei um ein für ihn eher lästiges Kontrollgremium.</p>
<p style="text-align: left;">Wenn es dabei bleibt, dass trotz des Festhaltens am Patron eine Würdigung Arndts für die Universität kein Thema ist, ist das nicht nur peinlich und enttäuschend, sondern die gesellschaftlich-kommunikative Bankrotterklärung der Universitätsleitung: für beide Fraktionen des Streits das wohl schlechtmöglichste Ergebnis.</p>
<p style="text-align: left;"><strong>Fotos: </strong></p>
<ul>
<li>Prof. Westermann &#8211; Arik Platzek</li>
<li>Foto  Jan Meßerschmidt -  Uni-Pressestelle via webMoritz-Archiv</li>
<li>Montage &#8220;Hauptgebäude&#8221; &#8211; webMoritz-Archiv</li>
</ul>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: left;">
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		<title>Senatsabstimmung</title>
		<link>http://www.webmoritz.de/2010/03/17/senatsabstimmung/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Mar 2010 21:35:19 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Die lang erwartete Abstimmung über die Ablegung des Namenspatrons der Universität Greifswald fand am Mittwoch, dem 17. März, statt. Wie sie ausgegangen ist und was der Senat und Interessierte darüber denken, seht ihr bei moritzTV.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die lang erwartete Abstimmung über die Ablegung des Namenspatrons der Universität Greifswald fand am Mittwoch, dem 17. März, statt. Wie sie ausgegangen ist und was der Senat und Interessierte darüber denken, seht ihr hier:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="385" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/_XBev6mXULg&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="385" src="http://www.youtube.com/v/_XBev6mXULg&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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		<title>Senat entscheidet: Arndt bleibt Namenspatron</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Mar 2010 19:22:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carsten Schönebeck</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nach neun Monaten hitziger Debatte an der Greifswalder Alma Mater hat der Senat nun seine Entscheidung zum Namenspatron getroffen: Er bleibt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Akademische Senat der Greifswalder Universität hat sich heute klar für die Beibehaltung des umstrittenen Namenspatron ausgesprochen. Damit dürfte die universitäre Debatte der vergangenen 9 Monate, die auch bundesweite Beachtung fand, in den kommenden Tagen ihr Ende finden.</p>
<p>Nachdem eingesetzte Komission im vergangenen Monat <a href="http://www.webmoritz.de/2010/02/05/eilmeldung-namenkomission-des-senats-legt-bericht-vor/" target="_self">bekannt gab, keine Empfehlung</a> über Beibehaltung oder Ablegung des Namens geben zu wollen, hatte bereits im Februar eine Aussprache über den Abschlussbericht derselben im Senat stattgefunden. Wie erwartet war zur heutigen <a href="http://www.webmoritz.de/2010/03/15/mittwoch-showdown-in-der-arndt-debatte/" target="_self">Sitzung des Gremiums ein Antrag eingegangen</a>, der die Ablegung forderte. Gestellt wurde er von den Senatoren Prof. Hubertus Buchstein, Thomas Schattschneider und Fabian Freiberger.</p>
<div id="attachment_31558" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><img class="size-full wp-image-31558" title="arndt-demo-250x375-arvid_hansmann" src="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/03/arndt-demo-250x375-arvid_hansmann.jpg" alt="" width="250" height="375" /><p class="wp-caption-text">Vor dem Rubenow-Denkmal hatten sich die Arndt-Kritiker versammelt - auf der anderen Straßenseite standen die Befürworter.</p></div>
<p>Zahlreiche Aktivisten hatten sich aus diesem Anlass heute vor dem Universitäts-Hauptgebäude versammelt und demonstrierten ihre Meinung. Geschätzt standen sich auf beiden seiten je fünfzig bis sechzig Demonstranten gegenüber, auf Seiten der Arndt-Befürworter unter anderem auch der <a href="http://www.webmoritz.de/2010/01/18/namensstreit-wer-darf-mitreden-senat-ladt-zur-burgeranhorung/" target="_self">Fraktionsvorsitzende der CDU in der Greifswalder Bürgerschaft, Axel Hochschild,</a> und der Vorsitzende des Uni-Fördervereins und Landtagsabgeordnete Sebastian Ratjen (FDP). Beide hatten sich im Verlauf der Debatte mehrfach öffentlich zu Wort gemeldet und positioniert.<span id="more-31554"></span></p>
<p>Eine nicht repräsentative Umfrage des webMoritz unter den Anwesenden ergab, dass viele der Anwesenden mit einer knappen Mehrheit für eine Namensablegung rechneten, allerdings davon ausgingen, dass die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit nicht zu Stande komme. Eine Varainte, die der stellvertretende Senatsvorsitzende Thomas Schattschneider kurz darauf als &#8220;politisches worst-case-Szenario&#8221; skizzierte. Gerade unter dem Aspekt, dass im April der neu gewählte Senat zusammentritt, hätte eine knappe Entscheidung wohl wenig Akzeptanz gefunden.</p>
<p>In der Sitzung selbst beühte sich die Vorsitzende Professor Schafmeister um eine zügige Abhandlung des Themas. Lediglich die Vorstellung des Antrags durch Thomas Schattschneider und eine Gegenrede von Professor Kohler wurden zugelassen. Nicht ganz schlüssig war man sich, ob für die Frage der engere oder der erweiterte Senat zuständig sei, die Rechtsaufsicht der Universität, hatte sich jedoch im Vorfeld mit der Frage beschäftigt und erklärt, der erweiterte Senat sei zuständig und damit alle 36 Senatoren stimmberechtigt.</p>
<p>Die kurze Anhörung wie auch die geheime Abstimmung konnten ohne Störungen durchgeführt werden. Im Zuschauerraum hatten rund 120 Gäste Platz genommen. Als das Ergebnis gegen 14:40 Uhr verkündet wurde, zeigte sich die Mehrzahl der Anwesenden Gäste erfreut. Lediglich 14 Senatoren &#8211; und damit rund ein Drittel &#8211; hatten für den Antrag gestimmt.</p>
<p>Auf Seiten der Arndt-Befürworter war die Erleichterung groß. Man hoffe, so Henning Krüger von der Pro Arndt AG, dass diese Entscheidung auch von den Kritikern des Namenspatron akzeptiert werde und das Thema nun vorerst ruhen könne. Enttäuschung zeigte sich, wie nicht anders zu erwarten, bei den Vertretern der Initiative &#8220;Uni ohne Arndt&#8221;. Sebastian Jabbusch erklärte, der Senat habe sich klar positioniert. Er hoffe jedoch, dass man sich künftig an der Universität auch weiter mit dem Namen auseinandersetze. In ihrer <a href="http://jabbusch.tose.de/uniohnearndt/2010/03/bedauern-und-sprachlosigkeit/" target="_blank">Pressemitteilung</a> sprach die Initiative vom &#8220;Siegel der Verschwiegenheit&#8221; das jahrelang über dem Namen gelegen habe.</p>

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			<a href="http://www.webmoritz.de/wp-content/gallery/senat-entscheidet-uber-arndt/IMG_6581a.jpg" title="Vor dem Hauptgebäude hatten sich ab 12 Uhr die ersten Demonstranten versammelt." class="thickbox" rel="set_158" >
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			<a href="http://www.webmoritz.de/wp-content/gallery/senat-entscheidet-uber-arndt/IMG_6587a.jpg" title="Transparente und Flugblätter untermauerten die Thesen der Debatte noch einmal." class="thickbox" rel="set_158" >
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			<a href="http://www.webmoritz.de/wp-content/gallery/senat-entscheidet-uber-arndt/IMG_6626a.jpg" title="MdL Sebastian Ratjen (FDP) demonstrierte ebenfalls für den Namenspatron..." class="thickbox" rel="set_158" >
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			<a href="http://www.webmoritz.de/wp-content/gallery/senat-entscheidet-uber-arndt/IMG_6633a.jpg" title="gespannte Erwartung: Senator Fabian Freiberger und StuPa-Präsident Korbinian Geiger" class="thickbox" rel="set_158" >
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			<a href="http://www.webmoritz.de/wp-content/gallery/senat-entscheidet-uber-arndt/IMG_6634a.jpg" title="Prof. Christfried Böttrich " class="thickbox" rel="set_158" >
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			<a href="http://www.webmoritz.de/wp-content/gallery/senat-entscheidet-uber-arndt/IMG_6636a.jpg" title="Prorektor Professor Herbst im Gespräch." class="thickbox" rel="set_158" >
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 	<div class='ngg-navigation'><span>1</span><a class="page-numbers" href="http://www.webmoritz.de/2010/03/17/senat-entscheidet-arndt-bleibt/?nggpage=2">2</a><a class="next" id="ngg-next-2" href="http://www.webmoritz.de/2010/03/17/senat-entscheidet-arndt-bleibt/?nggpage=2">&#9658;</a></div> 	
</div>


<p>Darüber hinaus heißt es in der Mitteilung: &#8220;Darüber hinaus regt Uni ohne Arndt an, dass die Universitätsleitung sämtlichen Universitätsangehörigen die Möglichkeit eröffnet, sich durch entsprechende Briefköpfe,  Namensschilder und Abschlusszeugnisse ohne „Ernst Moritz Arndt“ von dessen Werk zu distanzieren.&#8221;</p>
<p>Es steht zu erwarten, dass die Greifswalder Studierendenschaft, die den Namen im vergangenen Juni abgelegt hatte, ihren Beschluss zurück nehmen wird. Bereits im Januar hatte sich eine relative Mehrheit der <a href="http://www.webmoritz.de/2010/01/15/wahlen-votum-fuer-arndt-viele-neue-im-stupa/" target="_self">Studenten gegen eine Namensablegung ausgesprochen</a>.</p>
<h3>Update: Moritz-TV zur Entscheidung</h3>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="480" height="385" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/_XBev6mXULg&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;color1=0x006699&amp;color2=0x54abd6" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="480" height="385" src="http://www.youtube.com/v/_XBev6mXULg&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;color1=0x006699&amp;color2=0x54abd6" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>Fotos: Arvid Hansmann</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Eilmeldung &#8211; Senat: Arndt bleibt Namenspatron</title>
		<link>http://www.webmoritz.de/2010/03/17/eilmeldung-senat-arndt-bleibt-namenspatron/</link>
		<comments>http://www.webmoritz.de/2010/03/17/eilmeldung-senat-arndt-bleibt-namenspatron/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 17 Mar 2010 13:46:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gabriel Kords</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
		<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Universität]]></category>
		<category><![CDATA[Arndt-Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Entscheidung]]></category>
		<category><![CDATA[Ernst Moritz Arndt]]></category>
		<category><![CDATA[Senat]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Senat der Universität hat sich in seiner heutigen Sitzung mit klarer Mehrheit für eine Beibehaltung des Uni-Namens ausgesprochen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der akademische Senat der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, sich nicht vom Namenspatron der Universität zu trennen. <a href="http://www.webmoritz.de/2010/03/15/mittwoch-showdown-in-der-arndt-debatte/" target="_blank">Ein entsprechender Antrag</a> mehrerer Senatoren verfehlte die notwendige Zwei-Drittel-Mehrheit deutlich.</p>
<div id="attachment_28805" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2009/12/senat.jpg"><img class="size-medium wp-image-28805 " title="senat" src="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2009/12/senat-250x166.jpg" alt="" width="250" height="166" /></a><p class="wp-caption-text">Archivbild einer Senatssitzung</p></div>
<p>22 der insgesamt 36 Senatoren votierten in der geheimen Abstimmung für die Beibehaltung des Namens, 14 dagegen. Enthaltungen gab es nicht. Damit trat auch der befürchtete Fall, die Senatoren könnten zwar mit einfacher Mehrheit, aber nicht mit der benötigten Zwei-Drittel-Mehrheit gegen Arndt votieren, nicht ein.</p>
<p>Vor der Abstimmung hatten sich Gegner und Befürworter noch einmal auf dem Rubenowplatz vor dem Uni-Hauptgebäude, in dem der Senat tagte, versammelt. Anschließend nahmen über 100 Zuschauer an der Senatssitzung teil, in der der Antrag auf dem ersten Tagesordnungspunkt stand.<span id="more-31540"></span></p>
<p>Die Abstimmung stand am Ende einer etwa neunmonatigen öffentlichen Debatte über den umstrittenen Namenspatron. Seit der Vollversammlung der Studierendenschaft im Sommer 2009 hatte die Initiative &#8220;Uni ohne Arndt&#8221; mit einer breit angelegten Kampagne für die Ablegung des Namens geworben. Im Januar hatte die Studierendenschaft in einer Urabstimmung knapp für den Erhalt des Patrons gestimmt.</p>
<p>Sebastian Jabbusch, Sprecher der Initiative &#8220;Uni ohne Arndt&#8221;, kündigte auf webMoritz.de an, er gehe davon aus, dass die Inititiative auch im Falle einer Senats-Abstimmung zugunsten Arndts ihre Arbeit weiterführen werde.</p>
<p>Der webMoritz wird im Laufe des Abends über erste Reaktionen auf die Entscheidung berichten. Kurzmitteilungen gab und gibt es derzeit auch <a href="http://twitter.com/webmoritz" target="_blank">über unseren Twitter-Account</a>.</p>
<p>Update: <a href="http://www.webmoritz.de/2010/03/17/senat-entscheidet-arndt-bleibt/">Den ausführlichen Bericht gibt&#8217;s jetzt hier</a>.</p>
<p>Bild: Archiv (Sandro Teuber, Senat), Arvid Hansmann (Startseite)</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.webmoritz.de/2010/03/17/eilmeldung-senat-arndt-bleibt-namenspatron/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>62</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Gastkommentar: Der kernlose Mythos Ernst Moritz Arndt</title>
		<link>http://www.webmoritz.de/2010/03/15/gastkommentar-der-kernlose-mythos-ernst-moritz-arndt/</link>
		<comments>http://www.webmoritz.de/2010/03/15/gastkommentar-der-kernlose-mythos-ernst-moritz-arndt/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 15 Mar 2010 16:05:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Top-Themen]]></category>
		<category><![CDATA[Uni-Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Alexander Köcher]]></category>
		<category><![CDATA[Arndt-Debatte]]></category>
		<category><![CDATA[Ernst Moritz Arndt]]></category>
		<category><![CDATA[Gastkommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Kommentar]]></category>
		<category><![CDATA[Manfred Jürgen Matschke]]></category>
		<category><![CDATA[Senat]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.webmoritz.de/?p=31505</guid>
		<description><![CDATA[Kurz vor der Entscheidung zum Uni-Namen am Mittwoch, dem 17. März, schreibt Gastautor Alexander Köcher seine Meinung zum Namens]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Die Anfrage zur Veröffentlichung dieses Kommentars erreichte uns bereits am vergangenen Montag, dem 8. März. Wegen personeller Engpässe und einiger technischer Unstimmigkeiten kommt es erst heute zu einer Veröffentlichung. Vorab konnte der Kommentar allerdings schon auf dem <a href="http://blog.17vier.de/?p=6499" target="_blank">Fleischerovrstadtblog</a> gelesen werden, von dem wir auch die Zwischenüberschriften übernommen haben. </em></p>
<p><em>Aus aktuellem Anlass weisen wir noch einmal darauf hin, dass Kommentare im Allgemeinen und Gast-Kommentare im Besonderen nicht die Meinung der webMoritz-Redakteure widerspiegeln.</em></p>
<p style="text-align: right;"><em>Ein Gast-Kommentar von Alexander Köcher</em></p>
<div id="attachment_31050" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/01/rubenowdenkmal-ernst-moritz-arndt-gemeinfrei.jpg"><img class="size-full wp-image-31050" title="rubenowdenkmal-ernst-moritz-arndt-gemeinfrei-250" src="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/01/rubenowdenkmal-ernst-moritz-arndt-gemeinfrei-250.jpg" alt="" width="250" height="220" /></a><p class="wp-caption-text">Arndt auf dem Rubenowdenkmal</p></div>
<p>Am 17. März wird der Senat der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald über die Ablegung ihres Namenspatrons abstimmen. Viel ist in den vergangenen Monaten darüber debattiert worden und es ist damit ein Diskurs entstanden, der in diesem Zusammenhang höchst überfällig war. Ernst Moritz Arndt war ein antisemitischer Hetzer, Franzosenhasser und völkischer Nationalist, sagen die einen. Ernst Moritz Arndt war ein standhafter Vorkämpfer gegen Unterdrückung und für Demokratie und Freiheit, sagen die anderen.</p>
<p>Der Austausch der Argumente für diese divergierenden Positionen ist nicht immer sachlich verlaufen – so wie das bei politischen Debatten oft der Fall ist, weil das Politische auch von Befindlichkeiten lebt und eben häufig agonistisch statt konsensual funktioniert. Deshalb ist die vielfach angebrachte Kritik an der Debattenkultur, wie sie sich hier vollzogen hat, unberechtigt.<span id="more-31505"></span></p>
<h3>VERDICHTUNGSSYMBOL  KULTURELLER IDENTITÄT</h3>
<p>Für die hiesige Bevölkerung ist der Name eine Herzensangelegenheit; der gebürtige Rüganer Arndt ist in der Region ein Verdichtungssymbol kultureller Identität. Nicht nur die Universität, sondern auch Straßen und Schulen tragen seinen Namen. In Leserbriefen der Greifswalder Lokalausgabe der Ostseezeitung sind deshalb zugezogene Studierende und Professoren, die sich gegen den zweifelhaften Patron ausgesprochen haben, mit Hass und Häme überzogen worden. Warum sollten sich die Ortsfremden auch einfach ungeschadet über dieses zutiefst regional verwurzelte Symbol Arndts her machen dürfen? Was berechtigt „Westprofessoren“ wie Thomas Stamm-Kuhlmann und „Hochschulpolemiker“ wie Sebastian Jabbusch einen Mythos zu dekonstruieren, der vermeintlich so lange schon für etwas Gutes gestanden hat?</p>
<p>Arndt habe zwar die ein oder andere scharfzüngige Bemerkung über Juden und Franzosen gemacht, aber er sei eben ein „Kind seiner Zeit“ gewesen, einer Zeit des nationalen Aufbruchs. Seinen unermüdlichen Einsatz gegen die Leibeigenschaft und despotische Herrschaft müsse man doch aber gebührend würdigen. So argumentieren nicht nur DDR-sozialisierte Leserbriefautoren, sondern auch konservative Hochschullehrer und Studenten, die ihren Arndt nicht einfach einer linksprogressiven Hetzkampagne zum Opfer fallen lassen wollen. Arndt hat in ihren Augen Tradition – und die gibt man nicht einfach auf.</p>
<h4>ARNDTGEGNER SOLLEN GEHEN</h4>
<div id="attachment_439" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-439" title="Professor Manfred Jürgen Matschke (C) moritz Magazin" src="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2008/04/matschke-200px.jpg" alt="" width="200" height="252" /><p class="wp-caption-text">Prof. Dr. Manfred Matschke</p></div>
<p>Ihre traurige Spitze erreichte die Debatte mit der sprichwörtlichen Ausladung aus der Stadt und von ihrer Universität: „Wer sich so unerträglich unter diesem Namen fühlt, dem steht das zu, was jedem freien Menschen zusteht: wegzugehen, wenn man nicht anders kann, sich zurückzuziehen.“, schwadronierte der BWL-Professor Manfred Matschke bei der wissenschaftlichen Anhörung des Senats am 11. Dezember 2009 und erklärte die gesamte Debatte für „überflüssig wie einen Kropf“.</p>
<p>Mit beiden Aussagen beweist er eine ausgesprochene Borniertheit gegenüber dem politischen Gestaltungswillen von Studierenden wie Wissenschaftlern seiner Universität. Matschke bemüht damit jene positivistische Denke, die die Pragmatik des wissenschaftlichen Wissens weit über die Pragmatik des Narrativen stellt. Er verkennt dabei, dass die geführte Debatte im Kern keine wissenschaftliche, sondern eine politische ist, bei der es um den narrativen Inhalt der Person Ernst Moritz Arndts geht: Was erzählt uns Arndt über die Vergangenheit und was davon kann uns für die Gegenwart und für die Zukunft einen Weg weisen?</p>
<h4>DER POLITISCHE MYTHOS ARNDT</h4>
<p>Diejenigen, die den zweifelhaften Patron ablegen wollen, argumentieren vor allem mit der politischen Motivation, mit der die Universität 1933 zu ihrem Namen kam. Von den Nationalsozialisten war Arndt aufgrund seines völkischen Nationalismus’ als vorbildhaft angesehen worden und auf der Benennungsurkunde prangt Hermann Görings Unterschrift. Später hat sich die DDR als selbsternannter Arbeiter- und Bauernstaat auf das positive Erbe der Geschichte berufen; Arndts Schrift über die bäuerliche Leibeigenschaft in Pommern passte gut in ihr mythenpolitisches Korsett.</p>
<p>Den arndtschen Antisemitismus konnte man genauso gut übertünchen, wie man es später mit dem preußischen Militarismus tat, der zwar in der Geburtstunde der Republik geschürt, zugunsten eines aufgeklärten Preußenbildes in den achtziger Jahren jedoch in den Hintergrund trat.</p>
<p>Mit dieser Arbeit am Mythos Arndt hat die DDR-Politik jedoch einen Eingriff in dessen Kern gewagt, der heute mit keiner positiven Identifikation mehr korrespondieren kann. Der Philosoph Hans Blumenberg schrieb dazu, dass ein politischer Mythos seine wegweisende und identitätsstiftende Funktion nur dann aufrechterhalten könne, wenn man sachte mit ihm umgehe. Zwar könne man seine Peripherie sukzessive verändern um ihn in die sich verändernden Rahmenbedingungen einzubetten, aber keinesfalls dürfe man seinen Kern antasten. Dies führe zwangsläufig zu seinem Ende.</p>
<h4>VERWIRRUNG STATT VERSÖHNUNG</h4>
<div id="attachment_29180" class="wp-caption alignright" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-29180 " title="arndt_200" src="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/01/arndt_200.jpg" alt="" width="200" height="246" /><p class="wp-caption-text">Arndt-Genger - Darf man das?</p></div>
<p>Die blumenbergsche These lässt sich am Exempel Arndt gut nachvollziehen: Die Nazis bedienten sich seiner Symbolkraft um ihre Idee der Volksgemeinschaft zu nähren, die DDR-Ideologen nutzten Arndt stattdessen für ihre Darstellung des legitimen Erbes der Geschichte und heutzutage versuchen Arndtbefürworter seine Rolle als liberalen Demokraten zu unterstreichen, weil er immerhin auch Mitglied der Paulskirchenversammlung gewesen ist. Jedes Mal wird Arndt also für eine andere Sache in den Dienst gestellt und seine historische Ambivalenz auszuschlachten versucht. Ein mythischer Kern ist hier nicht mehr erkennbar – Arndt stiftet keine Einheit sondern allenfalls Verwirrung.</p>
<p>Die Autoren Dirk Alvermann, Reinhard Bach und Irmfried Garbe weisen in ihrem Argumentationspapier darauf hin, dass es falsch wäre den Nationalsozialisten auch heute noch die Interpretationshoheit zum Werk Arndts zu überlassen, da diese ihn zu eben jenem antisemitischen Hetzer macht, der von den Arndtkritikern so bekämpft wird. Arndts Werk sei eben nicht ausschließlich darauf zu reduzieren. Wissenschaftlich ist das ein treffendes Argument, dem aber ebenso gute andere wissenschaftliche Argumente entgegenstehen.</p>
<h4>EINGESTUFT ALS ÜBERMÄSSIG VÖLKISCH-NATIONALISTISCH</h4>
<p>Eine Analyse der einschlägigen Handbücher zur politischen Ideengeschichte durch den Politikwissenschaftler Hubertus Buchstein ergab, dass Arndts Werk wissenschaftlich nicht kontrovers diskutiert, sondern fachlich einhellig als über die Maßen völkisch-nationalistisch eingestuft wird, und zwar von Ideengeschichtlern „unterschiedliche[r] akademischer Generationen und ‚Richtungen’ [des] Faches“.</p>
<p>Die Entscheidung für oder gegen Ernst Moritz Arndt als Namenspatron mündet damit in ein Dilemma: Eine Entscheidung ist nicht in erster Linie nach sachlich-wissenschaftlichen Kriterien zu fällen, sondern nach moralisch-politischen. Die Entscheidung für oder gegen Ernst Moritz Arndt, das ist das Ergebnis der Senatssitzung vom 17. Februar, wird mit den Worten von Professor Hannelore Weber eine Entscheidung für ein „linkes oder rechtes blaues Auge“ werden.</p>
<p>Man werde bei einer Ablegung des Namens die lokale Bevölkerung kränken, die in Arndt noch immer den Vorkämpfer gegen Knechtschaft und Despotie erkennen will. Mit einer Beibehaltung des Namens werde man hingegen den starken Nachrichtenfaktor des Skandals nähren und die bundesweite Presse auf den Plan rufen, welche erwartungsgemäß Dank der Entscheidung einen gehörigen Imageverlust für die Greifswalder Alma Mater herbeischreiben wird.</p>
<h4>DYSFUNKTIONALER MYTHOS ARNDT</h4>
<p>Die Debatte der vergangenen Monate hat eines deutlich gezeigt: Arndt spaltet anstatt zu vereinen. Er spaltet die Geister in drei Lager: Die Gegner, die Bewahrer und die Gleichgültigen. Während die beiden erstgenannten Lager beinahe ausgewogen sind, steht ihnen eine Mehrheit der Gleichgültigen gegenüber, was als weiteres Zeichen für die Dysfunktion des Mythos Arndt zu deuten ist:</p>
<p>Der Patron der Universität stiftet keine Identifikation bei den Studierenden von heute.  Arndt vermag uns heute nichts zu sagen; der Antisemitismus  und der völkische Nationalismus irritieren und werfen zu dunkle Schatten auf seine anderen, vielleicht positiveren Seiten.</p>
<p>65 Jahre nach dem Ende des dritten Reiches und 20 Jahre nach der Wiedervereinigung ist man bundesweit darum bemüht eine kritische Vergangenheitspolitik zu betreiben, wozu auch die Ablegung von in Verruf geratenen Personennamen im öffentlichen Raum gehört. Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald wird in ihrem stärksten Entscheidungsgremium, dem akademischen Senat, am 17. März darüber zu befinden haben, ob sie ihren Arndt, den „untoten Hund“, wie ihn Professor Werner Stegmaier kürzlich auf der Senatssitzung nannte, im Lichte der beschriebenen Umstände traditionsbewusst behalten oder progressiv ablegen möchte.</p>
<h4>NAMENSABLEGUNG IST GRUNDLAGE  FÜR ZUKUNFTSGEWANDTE IDENTIFIKATION</h4>
<p>Behält sie ihn, wird der Hund auch in Zukunft immer wieder mit der Kette rasseln und die Zähne fletschen, jedenfalls so lange, wie politisch motivierte und gestaltungswillige Studierende die hiesige Universität besuchen und stutzig werden, warum nur eine deutschnationale Burschenschaft seine Geburts- und Todestage feiert.</p>
<p>Entscheidet sich der Senat mittels einer Zweidrittelmehrheit aber dafür den Namen abzulegen und den kernlos gewordenen Mythos Arndt damit zu begraben, kann er damit eine Grundlage zukunftszugewandter Identifikation mit der Universität und ihrer Forschung und Lehre schaffen. Sogar einen neuen Namen könnte sich die Universität dann geben – müsste es aber nicht.</p>
<p>Selbst konservative Geister dürften doch eigentlich damit zufrieden sein, wenn die Universität den Namen behielte, den sie 486 Jahre lang trug: Universität Greifswald.</p>
<p>Bilder:</p>
<ul>
<li>Arndt-Fotos: gemeinfrei</li>
<li>Arndt-Montage: &#8220;Hedonistische Internationale&#8221;, Sektion Greifswald</li>
<li>Matschke: moritz-Magazin (Archiv)</li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Mittwoch: Showdown in der Arndt-Debatte</title>
		<link>http://www.webmoritz.de/2010/03/15/mittwoch-showdown-in-der-arndt-debatte/</link>
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		<pubDate>Mon, 15 Mar 2010 12:20:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gabriel Kords</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aktuell]]></category>
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		<category><![CDATA[Uni ohne Arndt]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Mittwoch entscheidet der Senat über einen Antrag zur Ablegung des Namenspatrons Arndt. Damit findet die neunmonatige Debatte ihren Schlusspunkt. Der webMoritz berichtet live via Twitter.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am kommenden Mittwoch, dem 17. März, wird der Senat der Universität aller Voraussicht nach darüber entscheiden, ob sich die Universität von ihrem Namenspatron Ernst Moritz Arndt trennt oder ob sie ihn behält. Für die Namensablegung wäre die Zweidrittelmehrheit der 33 Senatoren erforderlich.</p>
<p><strong>Der webMoritz wird <a href="http://twitter.com/webmoritz" target="_blank">über den Kurznachrichtendienst Twitter (hier klicken)</a> über den Verlauf und das Ergebnis der Debatte live berichten.</strong></p>
<p>Mit der Entscheidung findet die vor neun Monaten auf der Sommer-Vollversammlung der Studierendenschaft begonnene Debatte über das Für und Wider des umstrittenen Patrons zumindest ein offizielles Ende. Ob auch die streitendenden Initiativen, die Gruppe &#8220;Uni ohne Arndt&#8221; sowie die &#8220;Pro Arndt AG&#8221;, im Anschluss an die Entscheidung ihren öffentlichen Disput beenden werden, bleibt abzuwarten.</p>
<h3>&#8220;Offizielle Arndt-Abschieds-Feier&#8221; auf dem Rubenowplatz</h3>
<div id="attachment_31517" class="wp-caption alignright" style="width: 188px"><img class="size-full wp-image-31517" title="uni-ohne-arndt-logo" src="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/03/uni-ohne-arndt-logo.jpg" alt="" width="178" height="171" /><p class="wp-caption-text">Logo &quot;Uni ohne Arndt&quot;</p></div>
<p>Vorher wird es auf jeden Fall noch einmal zur Sache gehen: Die Initiative &#8220;Uni ohne Arndt&#8221;, die den Namensstreit im vergangenen Sommer wieder auf die Tagesordnung gesetzt hatte und die Urabstimmung initiiert hatte, wird auf dem Rubenowplatz im Vorfeld der Senatssitzung ab 12 Uhr eine &#8220;offizielle Arndt-Abschieds-Feier&#8221; abhalten, wie es<a href="http://jabbusch.tose.de/uniohnearndt/2010/03/17-marz-wir-zelebrieren-die-offizielle-arndt-abschieds-feier/" target="_blank"> in einer Mitteilung auf der Homepage der Initiative</a> heißt.</p>
<p>Was die Initiative dazu befugt, &#8220;offizielle&#8221; Feiern abzuhalten, sei zwar dahingestellt, geplant ist die Veranstaltung offenbar als Kundgebung gegen den Namenspatron. Sebastian Jabbusch erklärte dem webMoritz auf Anfrage, man habe nicht vor, eine übermäßig große oder laute Veranstaltung abzuhalten. Die Arndt-Gegner wollten lediglich Präsenz zeigen, womöglich ein wenig Musik machen und ihre Position abschließend noch einmal unterstreichen. Da man ja nicht wisse, ob Arndt tatsächlich verabschiedet werde, habe man sich auch von dem Namen der Feier wieder distanziert. Auf der Homepage der Initiative wird er derzeit aber noch verwendet.<span id="more-31500"></span></p>
<p>Von der Initiative &#8220;Arndt AG&#8221; selbst sind nach Kenntnisstand der webMoritz-Redaktion keine Aktionen geplant, allerdings hat der RCDS für 13 Uhr eine Mahnwache vor dem Uni-Hauptgebäude angemeldet.</p>
<h3>Senatssitzung befasst sich als erstes mit Arndt</h3>
<div id="attachment_28805" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2009/12/senat.jpg"><img class="size-medium wp-image-28805" title="senat" src="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2009/12/senat-250x166.jpg" alt="" width="250" height="166" /></a><p class="wp-caption-text">Senatssitzung</p></div>
<p>Im Senat, der um 14 Uhr zusammenkommt, steht die Arndt-Frage dann auf dem ersten Tagesordnungspunkt. Die Senatoren Professor Dr. Hubertus Buchstein, Thomas Schattschneider und Fabian Freiberger haben einen entsprechenden Antrag zur Namensablegung eingereicht. Alle drei sind zwar erklärte Befürworter der Namensablegung, hatten sich in der streckenweise höchst emotional geführten Debatte aber zurückgehalten.</p>
<blockquote><p>„1. Der Senat beschließt die Änderung des ersten Satzes in § 1 (1) der Grundordnung der Ernst‐Moritz‐Arndt‐Universität Greifswald. Es lautet bislang: &#8220;Die Universität in Greifswald trägt den Namen Ernst‐Moritz‐Arndt‐Universität Greifswald&#8221;. In der geänderten Fassung lautet der erste Satz in § 1 (1) der Grundordnung &#8220;Die Universität in Greifswald trägt den Namen Universität Greifswald.&#8221;</p>
<p>2. Die mit der Namensänderung verbundenen Änderungen an Beschilderungen, Briefköpfen etc. sollen nach Möglichkeit in den ersten zwei Jahren nach Inkrafttreten der Änderung von §1 (1) der Grundordnung erfolgen. Unter Kostengesichtspunkten sollten Ausnahmen von dieser Frist möglich sein.“</p></blockquote>
<p>Ob vor der Entscheidung noch eine ausufernde Debatte geführt wird oder ob das ganze eine Sache von wenigen Minuten ist, lässt sich schwer prognostizieren. Die inhaltliche Auseinandersetzung mit der Namensfrage hatte im Senat aber <a href="http://www.webmoritz.de/2010/02/19/im-senat-diskutiert-uber-den-namenspatron/" target="_blank">bereits in der vergangenen Sitzung stattgefunden</a>, als die für die Namensfrage eingesetzte Kommission ihren Bericht vorgelegt hatte.</p>
<p>Die Inititaive &#8220;Uni ohne Arndt&#8221; gibt sich in einer Pressemitteilung zuversichtlich, dass der Name trotz der Zwei-Drittel-Hürde fällt und sieht die &#8220;Uni unter Druck&#8221;, den Namen abzulegen. Sie fragt außerdem: &#8220;Riskiert die Uni eine Blamage?&#8221; Damit ist vermutlich die Möglichkeit gemeint, der Senat könne für den Patron votieren. Überdies wertet die Initiative das nach ihren Angaben seit einigen Monaten bestehende Einkaufsverbot für Namensschilder an der Universität als Zeichen <em>für</em> die Umbennennung.</p>
<h3>Sitzung ist hochschulöffentlich</h3>
<p>Der Sitzung können alle an der Universität Greifswald immatrikulierten Studenten beiwohnen, denn sie ist wie jede Senatssitzung &#8220;hochschulöffentlich&#8221;.Da im Konferenzsaal des Uni-Hauptgebäudes, in dem die Sitzung stattfindet, erfahrungsgemäß nicht übermäßig viel Platz für Zuhörer zur Verfügung steht, ist ein zeitiges Erscheinen unbedingt anzuraten.</p>
<p>Auch der webMoritz wird vor Ort vertreten sein und versuchen,<a href="http://twitter.com/webmoritz" target="_blank"> live im Internet per Twitter über die Sitzung zu berichten</a>. Die Senatsvorsitzende und die Hochschulleitung sehen diese Berichterstattung jedoch regelmäßig mit Argwohn und haben schon häufiger versucht, ihr Steine in den Weg zu legen. Die folgenschwere Entscheidung und der ihr vorangegangene öffentliche Disput werden aber voraussichtlich zahlreiche Pressevertreter anlocken, die der Senat wohl nur schwerlich vor die Tür wird setzen können.</p>
<p>Wie es nach der Abstimmung weitergeht, kann derzeit nur spekuliert werden. Wird der Name beibehalten, wird sich zeigen, ob die Initiative &#8220;Uni ohne Arndt&#8221; ihre Arbeit weiterhin fortsetzt oder sich geschlagen gibt. Wird er abgelgt, könnte die Suche nach einem neuen Namenspatron starten. Diese war zumindest von den Mitgliedern der Initiative &#8220;Uni ohne Arndt&#8221; als unabhängig von der Ablegung des bisherigen Namens bezeichnet worden, nach der Urabstimmung hatte die Initiative darin allerdings eine mögliche Ursache für das Abstimmungsverhalten gegen eine Namensablegung gesehen. Aus den Anfangstagen der Inititative stammt überdies die Ankündigung, man werde nach der erfolgreichen Namensablegung intensiv bei der Suche nach einem neuen Patron helfen.</p>
<p>Bilder:</p>
<ul>
<li>Senat: Sandro Teuber (Archiv)</li>
<li>gemeinfrei (Startseite)</li>
</ul>
<p><em>Hinweis: Nach der Veröffentlichung des Artikels wurde im Artikeltext noch ein Hinweis auf eine Aktion des RCDS ergänzt.</em></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Senat diskutiert über den Namenspatron</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Feb 2010 12:06:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carsten Schönebeck</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Werner Stegmeier]]></category>

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		<description><![CDATA[Am vergangenen Mittwoch wurde im akademischen Senat der Greifswalder Universität der Abschlussbericht der Namenskommission diskutiert. Eine Entscheidung wird für den März erwartet.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Debatte um den Namenspatron der Greifswalder Universität ging am vergangenen Mittwoch in die letzte und vermutlich entscheidende Runde. Nach dem die vom Senat speziell zu diesem Zweck eingesetzte <a href="http://www.webmoritz.de/2010/02/05/eilmeldung-namenkomission-des-senats-legt-bericht-vor/" target="_self">Kommission ihren Abschlussbericht</a> vorgelegt hatte, wurde dieser unter den Senatoren noch einmal besprochen. Die zehn Kommissionsmitglieder hatten sich am Ende nicht durchringen können, eine Empfehlung an das höchste universitäre Gremium zu geben. Stattdessen hatte man noch einmal verschiedene Materialien zur Debatte zusammengestellt und eigene Texte mit den Argumenten für und wider Arndt vorgelegt.</p>
<div id="attachment_30174" class="wp-caption alignright" style="width: 260px"><a href="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/01/schattschneider_interview-250x259-sandro_teuber.jpg"><img class="size-full wp-image-30174" title="schattschneider_interview-250x259-sandro_teuber" src="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/01/schattschneider_interview-250x259-sandro_teuber.jpg" alt="" width="250" height="259" /></a><p class="wp-caption-text">Thomas Schattschneider</p></div>
<p>Sitzungsleiter (und gleichzeitig Kommissionsvorsitzender) Thomas Schattschneider bat zu Beginn des Tagesordnungspunktes allerdings darum, diese Argumente nicht noch einmal einzeln zu diskutieren. Vielmehr sollte Gelegenheit gegeben werden Rückfragen und eventuelle Ergänzungen anzubringen. Er erklärte weiterhin die Kommission habe unter anderem deswegen keine abschließende Empfehlung abgeben wollen, weil sich die Mitglieder nicht noch stärker als bisher öffentlichen Schmähungen und Diffamierungen aussetzen wollten.</p>
<p>Zusätzlich zum Bericht der Kommission lagen dem Senat Gutachten über die rechtliche Grundlage für eine eventuelle Namensänderung und die geschätzten Kosten einer solchen vor. Diese beiden Papiere sind bisher nicht veröffentlicht worden. Klar ist jedoch, dass allein der Senat für die Namensgebung zuständig ist, nicht wie zu Anfang der Debatte behauptet das Bildungsministerium. Für eine solche Änderung benötigt es allerdings eine 2/3-Mehrheit. Die Kosten einer Umbenennung wurden in dem entsprechenden Gutachten auf 100.000 Euro geschätzt. Über welchen Zeitraum die Umstellung von Briefköpfen u.Ä. in diesem Plan erfolgen soll ist jedoch nicht bekannt.</p>
<p>Auf Nachfrage erläuterten die Arndt-Befürworter und Kommissionsmitglieder Dr. Dirk Alvermann und Dr. Irmfried Garbe ihr Sicht auf die Kritik am universitären Namensgeber: Arndts Werk weise zwar rassistische und antisemitische Passagen auf, ihn jedoch vordergründig als Rassisten und Antisemiten zu sehen, werde seinem Gesamtwerk nicht gerecht. Auch Senator und Altrektor Prof. Jürgen Kohler machte sich für den umstrittenen Freiheitsdichter stark. Arndt wäre eine Kämpfernatur gewesen und habe für seine Überzeugungen viele Repressalien ertragen. Daran hätten sich, so Kohler, im Jahr 1933 einige Professoren ein Beispiel nehmen sollen.</p>
<div id="attachment_22833" class="wp-caption alignleft" style="width: 260px"><a href="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2009/06/buchstein-sw-250x297-ulrich-koetter-2005.jpg"><img class="size-full wp-image-22833" title="buchstein-sw-250x297-ulrich-koetter-2005" src="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2009/06/buchstein-sw-250x297-ulrich-koetter-2005.jpg" alt="" width="250" height="297" /></a><p class="wp-caption-text">Professor Hubertus Buchstein</p></div>
<p>Gegen Arndt argumentierten vor allem Senator Professor Hubertus Buchstein. Er erklärte in seinem Fachbereich, der Politischen Ideengeschichte, sei Arndt keineswegs umstritten. Wenn überhaupt so werde er dort als &#8220;rhetorisch begabter Propagandist mit fremdenfeindlichem und antisemitischem Gedankengut&#8221;  betrachtet. In den meisten Standartwerken finde Arndt jedoch gar keine Beachtung. Auch Senator und Anti-Arndt-Aktivist Sebastian Jabbusch erneuerte seine Kritik am Patron der Universität.</p>
<p>Von Professor Patrick Bednarski wurden die hohen Kosten einer möglichen Namensänderung kritisiert. Seiner Auffassung nach, sei das Gutachten noch sehr optimistisch. Er frage sich ob das Geld an anderer stelle nicht besser aufgehoben sei. Professor Werner Stegmaier erklärte man müsse sich im Klaren darüber sein, dass es in dieser Entscheidung keinen Kompromiss gebe. Der Senat riskiere mit der Entscheidung entweder die regionale Bevölkerung oder die bundesweite Presse zu verärgern, eines von beiden müsse man wohl in Kauf nehmen. Professor Hannelore Weber sprach von der Wahl zwischen &#8220;einem linken und einem rechten blauen Auge.&#8221;</p>
<p>Der stellvertretende Senatsvorsitzende Thomas Schattschneider erklärte er erwarte zur Sitzung des Senats am 17. März Anträge zur Namensfrage.</p>
<p><strong>Bilder:</strong></p>
<p>Foto Schattschneider &#8211; Sandro Teuber</p>
<p>Foto Prof. Buchstein &#8211; Ulrich Kötter</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Eilmeldung: Namenkomission des Senats legt Bericht vor</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Feb 2010 11:55:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Carsten Schönebeck</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Namenskommission des akademischen Senats hat ihren Bericht vorgelegt: Abschließend jedoch will sie sich nicht äußern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Freitagvormittag hat die Namenskommission des Akademischen Senats der Universität Greifswald <a href="http://www.uni-greifswald.de/organisieren/leitung/senat/bericht-namenskommission.html" target="_blank">ihren lang ersehnten Bericht vorgelegt</a>. In den vergangenen Monaten haben die insgesamt zehn Mitglieder sich mit den Argumenten für und gegen den universitären Namenspatron Ernst Moritz Arndt auseinandergesetzt. In zwei öffentlichen Anhörungen wurde <a href="http://www.webmoritz.de/2009/12/12/anhorung-vor-senatskommission-fur-und-wider-arndt/" target="_self">weiteren Wissenschaftlern</a> und den <a href="http://www.webmoritz.de/2010/01/21/arndt-und-die-burger-die-zweite-anhorung-der-namenskomission/" target="_self">Greifswalder Bürgern</a> die Möglichkeit gegeben Stellung zu nehmen.</p>
<div id="attachment_30606" class="wp-caption alignright" style="width: 270px"><a href="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/01/schattschneider_weber-800x519-carsten_schoenebeck.jpg"><img class="size-full wp-image-30606" title="schattschneider_weber-260x169-carsten_schoenebeck" src="http://www.webmoritz.de/wp-content/uploads/2010/01/schattschneider_weber-260x169-carsten_schoenebeck.jpg" alt="schattschneider_weber-260x169-carsten_schoenebeck" width="260" height="169" /></a><p class="wp-caption-text">Die Komissionsmitglieder Schattschneider und Weber bei der Anhörung vor zwei Wochen</p></div>
<p>Das Ergebnis der Arbeitsgruppe endet dabei gespalten. Die Mitglieder konnten sich nicht einigen, ob sie am Ende des Prozesses eine Empfehlung geben wollen und haben es aus diesem Grund letztendlich nicht getan. Im <a href="http://www.uni-greifswald.de/fileadmin/mp/e_senat/Media_Arndt/Anlage_01_-_Bericht_und_Entscheidung_der_Kommission.pdf" target="_blank">dem kurzen Abschlussbericht</a> heißt es:</p>
<blockquote><p>In ihrer abschließenden Sitzung am 27. Januar 2010 debattierte die Kommission über die Frage, ob die Kommission eine konkrete Empfehlung an den Senat abgeben sollte und welche Wirkung damit verbunden wäre. Eine Abstimmung darüber, ob die Kommission durch ein Votum eine Empfehlung an den Senat abgeben sollte, ergab 4 JA- und 4 NEIN-Stimmen. Die übrigen zwei Kommissionsmitglieder konnten an der Sitzung nicht teilnehmen. Die Kommission gibt somit insgesamt &#8211; entgegen ihrem Arbeitsauftrag &#8211; keine abschließende Empfehlung an den Senat.</p></blockquote>
<p>Der Bericht wird flankiert von gut sechzig Seiten Material in denen die Kommission ihre <a href="http://www.uni-greifswald.de/fileadmin/mp/e_senat/Media_Arndt/Anlage_02_-_Praemissen_und_die_Gesichts-_und_Anhaltspunkte.pdf" target="_blank">eigene Arbeitsgrundlage</a> erläutert, <a href="http://www.uni-greifswald.de/fileadmin/mp/e_senat/Media_Arndt/Anlage_04_-_Thesen_und_Thesenbegruendung_contra_Arndt.pdf" target="_blank">Arndt-Kritiker</a> wie <a href="http://www.uni-greifswald.de/fileadmin/mp/e_senat/Media_Arndt/Anlage_03_-_Thesen_und_Thesenbegruendung_pro_Arndt.pdf" target="_blank">-Befürworter</a> noch einmal zu Wort kommen. Zudem liegt der Materialsammlung ein <a href="http://www.uni-greifswald.de/fileadmin/mp/e_senat/Media_Arndt/Anlage_05_-_OEffentliche_Debatte.pdf" target="_blank">umfangreicher Pressespiegel</a> zum Thema bei.</p>
<p>Die nicht vorhandene Empfehlung könnte ein erneuter Rückschlag für die Initaitive Uni ohne Arndt sein. Der Kommissionsvorsitzende (und Senator) Thomas Schattschneider hatte Anfang Januar noch angekündigt er wolle sich im Senat gegen Arndt aussprechen.  Dies hatte bei Arndt-Gegnern Hoffnungen geweckt, die Kommission und schließlich auch der Senat könnten sich trotz des Ergebnisses der studentischen Urabstimmung gegen Arndt entscheiden.</p>
<p>Mehr Informationen zum Bericht der Arbeitsgruppe findet ihr in den kommenden Tagen auf dem webMoritz.</p>
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